In deutschen Küchen erlebt der Hähnchen-Möhren-Auflauf gerade sein großes Comeback. Dieses traditionelle Gericht vereint zartes Geflügelfleisch mit süßlichen Karotten zu einer harmonischen Komposition, die sowohl Kinder als auch Erwachsene begeistert. Die Zubereitung erfordert keine Profikenntnisse, doch das Ergebnis schmeckt wie aus der Sterneküche.
Was diesen Auflauf zum echten aromatischen Superstar macht, ist die gelungene Balance zwischen herzhaften und süßen Noten. Die Möhren karamellisieren im Ofen leicht und entwickeln eine natürliche Süße, während das Hähnchenfleisch saftig bleibt und seine würzigen Aromen entfaltet. Eine cremige Sauce bindet alle Komponenten zu einem unwiderstehlichen Ganzen zusammen.
Perfekt für Familienessen, Sonntagsbraten oder wenn Gäste kommen: Dieser Auflauf lässt sich wunderbar vorbereiten und kommt immer gut an. Die Kombination aus Protein, Gemüse und einer goldbraunen Kruste macht ihn zu einer vollwertigen Mahlzeit, die satt und glücklich macht.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorbereitung der Zutaten
Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Hähnchenbrust unter kaltem Wasser abspülen, trocken tupfen und in mundgerechte Würfel von etwa 2 Zentimeter Größe schneiden. Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. Die Möhren schälen und in etwa 0,5 Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Achtet darauf, dass alle Scheiben ungefähr gleich dick sind, damit sie gleichmäßig garen. Die Zwiebeln schälen und in feine Würfel schneiden. Den Knoblauch schälen und durch eine Knoblauchpresse drücken oder sehr fein hacken.
2. Anbraten des Hähnchens
Eine große Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze erwärmen und zwei Esslöffel Olivenöl hineingeben. Wenn das Öl heiß ist, die Hähnchenwürfel portionsweise anbraten. Das bedeutet kurzes scharfes Anbraten bei hoher Temperatur, um eine schöne Bräunung zu erreichen. Nicht zu viele Stücke auf einmal in die Pfanne geben, sonst kocht das Fleisch statt zu braten. Jede Seite etwa 2 bis 3 Minuten bräunen lassen. Das Fleisch muss noch nicht durchgegart sein, da es später im Ofen weitergart. Die gebratenen Hähnchenstücke in eine Schüssel geben und beiseite stellen.
3. Gemüse anbraten
In derselben Pfanne das restliche Olivenöl erhitzen. Die Zwiebelwürfel darin bei mittlerer Hitze etwa 3 Minuten glasig dünsten. Den Knoblauch hinzufügen und weitere 30 Sekunden mitbraten, bis er duftet. Dann die Möhrenscheiben hinzugeben und unter gelegentlichem Rühren etwa 5 Minuten anbraten. Die Möhren sollen leicht Farbe annehmen und etwas weicher werden, aber noch Biss haben. Mit Thymian würzen und gut vermischen.
4. Sauce zubereiten
Die Butter in die Pfanne zum Gemüse geben und schmelzen lassen. Das Mehl darüber streuen und mit einem Kochlöffel gut unterrühren. Diese Mischung nennt man Mehlschwitze oder Roux, eine Basis zum Andicken von Sauces. Etwa 1 Minute unter Rühren anschwitzen lassen, damit der mehlige Geschmack verschwindet. Dann nach und nach die Gemüsebrühe unter ständigem Rühren angießen. Die Sahne hinzufügen und alles gut verrühren. Mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Sauce sollte leicht sämig sein. Kurz aufkochen lassen und vom Herd nehmen.
5. Auflauf schichten
Eine Auflaufform mit etwas Butter einfetten. Die Hälfte der Möhren-Sauce-Mischung gleichmäßig auf dem Boden verteilen. Darauf die gebratenen Hähnchenwürfel gleichmäßig verteilen. Die restliche Möhren-Sauce-Mischung darüber geben und alles schön glatt streichen. Den Reibekäse gleichmäßig über die gesamte Oberfläche streuen. Zum Schluss die Semmelbrösel darüber verteilen. Sie sorgen für eine knusprige goldbraune Kruste.
6. Im Ofen backen
Die Auflaufform auf der mittleren Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben. Den Auflauf etwa 45 bis 50 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun und knusprig ist. Das Hähnchen muss vollständig durchgegart sein. Um dies zu prüfen, könnt ihr mit einem Messer in die Mitte stechen: Der austretende Saft sollte klar sein, nicht rosa. Falls die Oberfläche zu schnell bräunt, einfach mit Alufolie abdecken. Nach dem Backen den Auflauf etwa 5 Minuten ruhen lassen, bevor ihr ihn serviert. So setzen sich die Aromen und die Sauce wird etwas fester.
Tipp vom Chefkoch
Für extra Geschmackstiefe könnt ihr einen Teelöffel Honig zur Sauce hinzufügen, der wunderbar mit der Süße der Möhren harmoniert. Wenn ihr den Auflauf am Vortag zubereitet, schmeckt er sogar noch besser, da die Aromen Zeit hatten durchzuziehen. Einfach abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren und vor dem Servieren im Ofen bei 160 Grad etwa 20 Minuten aufwärmen. Wer es gerne etwas würziger mag, kann eine fein gehackte Chilischote zum Gemüse geben oder etwas Currypulver in die Sauce einrühren. Für eine knusprigere Kruste mischt die Semmelbrösel vor dem Aufstreuen mit einem Esslöffel geschmolzener Butter.
Weinbegleitung zum Hähnchen-Möhren-Auflauf
Zu diesem aromatischen Auflauf passt hervorragend ein trockener Weißwein mit mittlerem Körper. Ein deutscher Grauburgunder aus der Pfalz oder Baden harmoniert perfekt mit der cremigen Sauce und den süßlichen Möhren. Seine fruchtigen Noten von Birne und Apfel unterstreichen die Milde des Hähnchens, ohne die feinen Gewürze zu überdecken.
Alternativ empfiehlt sich ein Chardonnay ohne zu starken Holzausbau. Die buttrigen Noten des Weins ergänzen die Sahnesauce ideal. Wer Rotwein bevorzugt, sollte zu einem leichten Spätburgunder greifen, der bei etwa 14 bis 16 Grad serviert wird. Seine sanften Tannine und die Kirschnoten passen gut zum gebratenen Geflügel. Für Nicht-Weinliebhaber ist ein kühles helles Bier oder ein Apfelschorle eine erfrischende Begleitung.
Zusätzliche Info
Der Hähnchen-Möhren-Auflauf gehört zur traditionellen deutschen Hausmannskost und hat seine Wurzeln in der sparsamen Küche vergangener Jahrhunderte. Aufläufe waren eine clevere Methode, verschiedene Zutaten zu kombinieren und dabei auch Reste zu verwerten. Die Kombination von Geflügel und Wurzelgemüse war besonders im Herbst und Winter beliebt, wenn Möhren frisch geerntet wurden und lange lagerfähig waren.
In verschiedenen Regionen Deutschlands gibt es unterschiedliche Varianten dieses Klassikers. In Norddeutschland wird oft Kohlrabi mit eingearbeitet, während in Süddeutschland manchmal Spätzle als Beilage direkt in den Auflauf gegeben werden. Die französische Küche kennt ein ähnliches Gericht namens Gratin de poulet aux carottes, das jedoch meist mit Béchamelsauce zubereitet wird.
Ernährungsphysiologisch bietet dieser Auflauf eine ausgewogene Mahlzeit: Das Hähnchenfleisch liefert hochwertiges Protein, die Möhren sind reich an Beta-Carotin und Ballaststoffen, und die Milchprodukte steuern Kalzium bei. Mit etwa 450 Kalorien pro Portion ist das Gericht sättigend, aber nicht zu schwer.



