In deutschen Küchen erfreut sich das Bratwurst-Geschnetzeltes seit Jahrzehnten großer Beliebtheit. Diese cremige Pfannenspeise vereint die herzhaften Aromen traditioneller Bratwurst mit einer samtigen Sauce, die in nur dreißig Minuten auf dem Tisch steht. Perfekt für alle, die nach einem langen Arbeitstag keine Lust auf stundenlanges Kochen haben, aber dennoch nicht auf Geschmack verzichten möchten.
Das Gericht stammt aus der bodenständigen deutschen Hausmannskost und hat sich als schnelle Feierabendmahlzeit etabliert. Die Kombination aus würziger Wurst, aromatischen Zwiebeln und einer cremigen Sauce macht dieses Rezept zu einem echten Comfort Food – also einem Gericht, das Trost spendet und glücklich macht. Besonders praktisch ist die kurze Zubereitungszeit, die selbst unerfahrenen Köchen Erfolgserlebnisse garantiert.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorbereitung der Zutaten
Beginnt damit, die Bratwürste aus ihrer Pelle zu befreien. Dafür schneidet ihr die Wursthaut der Länge nach ein und zieht sie vorsichtig ab. Das Wurstbrät – also die Wurstmasse ohne Hülle – schneidet ihr dann in mundgerechte Stücke von etwa zwei Zentimetern. Die Zwiebeln schält ihr und schneidet sie in feine Streifen. Die Paprika wascht ihr gründlich, entfernt die Kerne und das weiße Innere, dann schneidet ihr sie ebenfalls in Streifen. Die Champignons putzt ihr mit einem feuchten Tuch ab und viertelt sie. Den Knoblauch schält ihr und presst ihn durch die Knoblauchpresse oder hackt ihn sehr fein. Die Petersilie wascht ihr, schüttelt sie trocken und hackt sie grob.
2. Anbraten der Bratwurst
Erhitzt einen Esslöffel Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze. Wenn das Öl heiß ist – ihr erkennt das daran, dass es leicht zu glänzen beginnt – gebt ihr die Bratwurststücke hinein. Bratet sie unter gelegentlichem Wenden etwa fünf bis sechs Minuten an, bis sie rundherum schön gebräunt sind. Die Wurst gibt dabei Fett ab, was der Sauce später zusätzliches Aroma verleiht. Nehmt die gebratenen Wurststücke mit einem Schaumlöffel aus der Pfanne und legt sie auf einem Teller beiseite. Das austretende Fett lasst ihr in der Pfanne.
3. Gemüse anschwitzen
Im verbliebenen Fett bratet ihr nun die Zwiebelstreifen bei mittlerer Hitze etwa drei Minuten an, bis sie glasig werden – das bedeutet, sie werden durchscheinend und weich, ohne Farbe anzunehmen. Gebt dann die Paprikastreifen und die Champignons hinzu und bratet alles weitere vier Minuten unter Rühren. Das Gemüse soll weich werden, aber noch etwas Biss behalten. Fügt nun den Knoblauch und das Tomatenmark hinzu und rührt alles gut durch. Lasst das Tomatenmark etwa eine Minute mitrösten, damit sich die Röstaromen entwickeln können.
4. Sauce zubereiten
Löscht das angebratene Gemüse mit der Gemüsebrühe ab – ablöschen bedeutet, Flüssigkeit in die heiße Pfanne zu geben, um die Röstaromen vom Boden zu lösen. Rührt dabei kräftig, damit sich alle Geschmacksstoffe vom Pfannenboden lösen. Gebt das Paprikapulver hinzu und rührt es ein. Lasst die Brühe etwa zwei Minuten köcheln, dann gießt ihr die Sahne dazu. Rührt alles gut durch und lasst die Sauce bei mittlerer Hitze etwa drei Minuten einköcheln, bis sie leicht andickt und eine cremige Konsistenz bekommt.
5. Finale Zubereitung
Gebt die gebratenen Bratwurststücke zurück in die Pfanne und vermengt sie gut mit der Sauce. Lasst alles noch etwa drei Minuten bei niedriger Hitze ziehen, damit sich die Aromen verbinden können. Schmeckt das Geschnetzelte mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer ab. Streut zum Schluss die gehackte Petersilie darüber – sie gibt dem Gericht Frische und einen schönen Farbakzent. Serviert das Bratwurst-Geschnetzelte sofort, solange es noch schön heiß ist.
Tipp vom Chefkoch
Für eine noch intensivere Geschmacksnote könnt ihr einen Schuss Weißwein zum Ablöschen verwenden, bevor ihr die Gemüsebrühe hinzufügt. Der Wein verleiht der Sauce eine angenehme Säure und zusätzliche Tiefe. Lasst ihn etwa eine Minute einkochen, damit der Alkohol verdampft.
Wenn ihr eine etwas dickere Sauce bevorzugt, könnt ihr einen Teelöffel Speisestärke mit etwas kaltem Wasser anrühren und unter die Sauce mischen. Lasst sie dann noch einmal kurz aufkochen, bis sie die gewünschte Konsistenz erreicht hat.
Das Gericht schmeckt hervorragend zu Spätzle, Bandnudeln oder Reis. Auch frisches Baguette eignet sich perfekt, um die leckere Sauce aufzutunken. Für eine Low-Carb-Variante serviert ihr das Geschnetzelte einfach mit einem knackigen grünen Salat.
Weinbegleitung zum Bratwurst-Geschnetzelte
Zu diesem herzhaften Pfannengericht passt hervorragend ein fruchtiger Spätburgunder aus Baden oder der Pfalz. Der leichte bis mittelschwere Rotwein harmoniert perfekt mit den würzigen Aromen der Bratwurst und ergänzt die cremige Sauce, ohne sie zu dominieren.
Wer Weißwein bevorzugt, greift zu einem kräftigen Grauburgunder oder einem halbtrockenen Riesling. Diese Weine bringen genügend Körper mit, um sich gegen die intensiven Wurstaromen zu behaupten, und ihre fruchtige Säure schneidet angenehm durch die Cremigkeit der Sauce.
Für Bierliebhaber empfiehlt sich ein Helles oder ein Märzen – diese malzbetonten Biere unterstreichen die rustikalen Aromen des Gerichts perfekt.
Zusätzliche Info
Das Geschnetzelte hat seinen Ursprung in der Schweizer Küche, wo das berühmte Zürcher Geschnetzelte mit Kalbfleisch und Champignons in Weißweinsauce zubereitet wird. Die deutsche Variante mit Bratwurst ist eine bodenständige Abwandlung, die vermutlich in den 1970er Jahren in süddeutschen Haushalten entstand.
Die Bratwurst selbst blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Bereits im Mittelalter wurden in deutschen Landen Würste aus gehacktem Fleisch hergestellt. Die Nürnberger Rostbratwurst erhielt sogar 2003 den EU-Schutzstatus als geografisch geschützte Spezialität.
Das Bratwurst-Geschnetzelte vereint die Praktikabilität moderner Kochgewohnheiten mit traditionellen Geschmacksprofilen. Es zeigt, wie sich klassische Zutaten in zeitgemäße, schnelle Gerichte verwandeln lassen, ohne an Authentizität zu verlieren. In vielen deutschen Kantinen und Betriebsrestaurants steht dieses Gericht regelmäßig auf dem Speiseplan.



